Donnerstag, 9. April 2015

Irgendwann einmal oder Der unerfüllte Traum

In meinem Leben gibt es einen ganz besonderen Menschen.
Eigentlich zwei, doch heute will ich Euch nur von einem erzählen.
 
Es gibt da einen ganz besonderen Menschen, der mich durch Höhen und Tiefen begleitet hat.
Einen Menschen, der mir Schutz und manchmal auch Bedrohung war, der mir zeigte, wie das Leben läuft und mich gleichzeitig hier und da auch an den eigenen Schritten gehindert hat. 
Es gibt da diesen Menschen, der mich oft zum verzweifeln gebracht hat, und zu dem ich doch stets in liebevoller Bewunderung aufblick(t)e.
Einen Menschen, der immer versucht hat, sein Bestes zu geben, und dem ich dafür unendlich dankbar bin.
 
Wir zwei, ja, wir sind vom gleichen Schlag.

Gab es ein Abenteuer, das unseren Weg kreuzte, war unser gemeinsamer Schlachtruf stets
"Wir machen das!".
Auch heute noch lodert unser Feuer für das Ungewisse auf höchster Flamme.
Kein Weg zu weit, kein Ziel zu unrealistisch, kein Plan zu famos.

Geht nicht, gibts nicht. 
Wir machen das!

Doch in letzter Zeit stimmt mich etwas sehr, sehr traurig.
Dieser Mensch, der sein ganzes Leben darauf ausgerichtet hat, für sich und die Seinen ein bleibendes Fundament zu schaffen, hat vor langer Zeit damit auch eine Entscheidung gefällt, von der er bis vor Kurzem eigentlich gar nichts wusste.

Einmal die Panamericana entlangfahren, von Alaska bis Feuerland, einmal über die Route 66 brausen und sich die Fahrtluft vergangener Zeiten um die Nase wehen lassen.
Wie sehr wünscht er sich dies schon sein ganzes Leben, und doch hatte er die letzten Jahrzehnte vergessen, was sein Herz wirklich ersehnte.

Jetzt, einen entscheidenden Abschnitt in seinem Leben später, da erinnert er sich wieder.
Da fällt ihm auf einmal wieder ein, was er eigentlich noch alles machen wollte, und wie wunderbar es wäre, ein weiteres Abenteuer auf seinem Zeitstrahl zu verewigen. 

Auch, wenn er nicht viele Worte darum macht und sich tapfer nach außen gibt, so merke ich, wie es ihn niederschlägt, wenn er gewahr wird, wie sehr sein Traum inzwischen von ihm abgerückt ist.

Wenn ich könnte, ich würde alles nur Mögliche tun, um ihm diesen Wunsch zu erfüllen.
Dennoch weiss ich, dass dies nur ein Mensch zu tun vermag.
Und ich befürchte, dieser Mensch hat allmählich ausgeträumt.

Nehmt Euch die Zeit, Euch Eure Wünsche und Träume zu erfüllen - sonst nimmt sie die Zeit Euch irgendwann ab!
Lebt Euer Leben bewusst, und fragt Euch, ob das, was Ihr gerade tut, das ist, was Euch auch wirklich glücklich macht.
Wenn nicht - dann ändert es!
Jetzt!
Sofort!
Und vergesst bei allem nicht, dankbar für das zu sein, was Ihr bereits habt.

Das ist nämlich die andere Seite der Medaille.
Wie viele Wünsche und Begehren hegen wir Tag für Tag, und vergessen dabei doch, was wirklich wichtig ist.
Gesundheit, eine warme Wohnung, ein voller Kühlschrank.
Nachdem man mal eingekauft hat, versteht sich.

Dankbarkeit, da ich bin mir sicher, auch das verspürt dieser besondere Mensch.
Für sein Leben, seine Familie und das, was er bisher alles erreicht hat.
Dankbarkeit ist einer der Grundpfeiler eines erfüllten Lebens.

Und dennoch ist da dieser eine Traum.
Wenn Ihr nur seine Augen sehen könntet und das kleine Trillern in seiner Stimme vernehmen, wenn sie sich allein vor Freude an den Gedanken der großen Reise überschlägt.

Eines Tages, das verspreche ich Dir, da machen wir diese große Reise gemeinsam.
Du und ich.
Wir machen das.
Eines Tages.

Papa.

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