Freitag, 28. Juni 2013

Veröffentlichung

Heute ist es soweit:
Auserwählt - Die Linie der Ewigen 
kommt als eBook bei Edel:eBooks auf Eure Reader.


 Anlässlich dieses tollen Ereignisses Grund für mich, einmal die letzten Jahre Revue passieren zu lassen...

Ein Buch zu schreiben stand für mich schon immer auf meiner Lebens-To-Do-Liste (genauso wie einmal im Leben das Taj Mahal sehen, mit Haien tauchen usw.). Ideen hatte ich immer wieder welche und zusätzlich gleich die passenden Titel parat, aber mit dem schreiben, da wollte es nicht so recht klappen. Stets stieß ich nach spätestens zwei Seiten an eine Barriere und dann ging nichts mehr. Das war rückblickend betrachtet zu einer Zeit, in der Geduld für mich noch ein absolutes Fremdwort war (*hust* ist auch heute noch nicht meine Stärke, aber immerhin deutlich besser geworden) und mir wohl schlicht und ergreifend das Sitzfleisch dafür fehlte. Ich erinnere mich noch genau an eine Geschichtenidee, zu der ich sogar vorab, um mich besser einfühlen zu können, die Charaktere zeichnete. Da wurden meiner Erinnerung nach sogar sieben Seiten draus. Immerhin.
 

Ende 2009 war es plötzlich, als würde mich meine bis dahin schlafende Muse geradezu mit einer Ideenkeule vermöbeln. Von null auf hundert war da auf einmal eine Geschichte in meinem Kopf, eine Skizze, einige Charaktere und ganz viele "Was wäre wenn...?"-Fragen. Wie ferngesteuert setzte ich mich an meinen Laptop und begann zu schreiben, als wäre es das Selbstverständlichste von der Welt. Ich machte mir Notizen zur Geschichte und den Personen, die sich immer mehr entwickelten, je mehr Seiten hinzukamen. Meine freche Aline beispielsweise hatte am Anfang keinen Namen, bei dem es bei mir "klick" gemacht hatte, und so wählte ich zunächst "Nadine" als Übergangslösung. Den Namen behielt sie bis ca. die Hälfte des Buches geschrieben war und sich das herbeigesehnte "klick" endlich einstellte. Circa drei Monate lang saß ich neben meiner Arbeit und dem Haushalt je nach Verfassung am Abend zwischen drei und sechs Stunden am Computer und schrieb, bis mir die Hände schmerzten. Zwischendrin gab es auch mal zwei Wochen kompletten Leerlauf, wo ich befürchtete, jetzt sei mir erneut das Sitzfleisch abhanden gekommen. Aber diesmal kämpfte ich mich durch, biss die Zähne zusammen und zwang mich, die Geschichte weiter zu erzählen. Ich wollte ja schließlich selber wissen, wohin die Reise führte und was sich noch alles tun sollte. Diese drei Monate waren eine sehr intensive Zeit und nicht jeder war begeistert von dem, was ich damals tat, allen voran die Person, die mir eigentlich am meisten den Rücken hätte stärken sollen - eine harte Erkenntnis, die sich tief in mir drin wie ein Blutegel an meinem Ego festsaugte und sich fortan an dem Stückchen Enttäuschung labte, das in mir langsam, aber sicher wuchs wie ein Geschwür.
Als die letzte Zeile geschrieben und das letzte Wort vollendet war, machte ich mich daran, das Buch in Eigenregie herzustellen, das Cover zu kreieren (was mir persönlich einen Heidenspaß bereitete) und sämtliche Verbesserungen vorzunehmen. Es war ein geliebtes Hobby, das ich aus Stolz gern der Öffentlichkeit zeigen wollte "Seht her, das hab ich geschafft!", aber nichts, wovon ich mir groß etwas erhoffte. Es gibt einfach zu viele gute Autoren da draußen...
So ließ ich das Buch, dessen Titel mir auf Teufel komm raus nicht einfallen wollte und der mir in Rohform schließlich von einer Freundin vor die Nase gehalten wurde, einfach laufen und seinen eigenen Weg finden. Nebenbei schrieb ich immer wieder etwas hier auf meinem Blog, mal zu diesem Thema, mal über Sachen aus meinem Alltag oder aber eben über Ereignisse aus der "ganz speziellen Ecke", von denen ich fand, dass sie unbedingt dokumentiert werden sollten. Mal lustig, mal böse, mal traurig, mal erschreckend, es ist die ganze Bandbreite vertreten.
Nur ein knappes Jahr später war aufgrund vieler sich summierender Dinge, die ich teilweise auch lange nicht hatte sehen und wahrhaben wollen, mein inneres Geschwür mitsamt dem an ihm klebenden Blutegel so gewuchert, dass ich beschloß, mir diesen Teil herauszuschneiden, sonst wäre ich gestorben. Zu dieser Zeit war ich seelisch sowieso schon so ausgelaugt, dass man mich nahezu als Zombie hätte bezeichnen können, und es dauerte eine lange, lange Zeit, bis sich wieder so etwas wie Leben in diese angeknackste Hülle schlich. In all dieser Zeit schrieb ich stets meinen Blog, aber kümmerte mich nicht weiter um Aline und Daron. Sie sind ja schließlich erwachsen und brauchen keinen Babysitter mehr (obwohl man Aline manchmal wirklich gern an die Hand nehmen würde "Mensch, Mädel..."). Und dann passierte in dieser für mich sehr, sehr, SEHR schlimmen Zeit etwas unerwartet Wunderbares - ich lernte durch Zufall eine überaus liebenswerte Dame kennen, welche irgendwann nebenbei mal schnörkellos erwähnte, sie sei schon ewig in der Buchbranche tätig. Ich schwöre hiermit hoch und heilig, dass ich zu diesem Zeitpunkt keinerlei Ambitionen hatte, an sie heranzutreten und mit einem Füßchen scharrend zu fragen, ob sie mal mein Buch anschauen würde. Das behielt ich schön für mich. Stattdessen fragte ich sie, ob sie eventuell mal meine Kurzgeschichten unter die Lupe nehmen und mir als Profi vielleicht den ein oder anderen Tipp geben könne, wo meine Schwächen liegen, was ich besser machen solle und worauf ich bei einer Geschichte generell achten müsse. Diese Dame war so gut und erbarmte sich meiner kleinen Aufsätze. Als sie sie mir zurückgab und ich gespannt auf ihre Kritik wartete "Und, was muss ich anders machen?" kam nur (ich weiss es noch ganz genau) "Nichts." Und nichts weiter. Öh. Okay. Also, da wusste ich ehrlich gesagt nicht, ob das jetzt gut oder schlecht war. Aber dann dachte ich mir, na gut, vielleicht biste dann doch nicht auf dem ganz falschen Dampfer, was Dein Geschreibsel angeht. Damit sagte ich artig danke und beendete das Thema.
Jedoch hatte ich nicht damit gerechnet, dass meine Geschichten so gut angekommen waren, dass jene Dame fortan hier und da ein wenig recherchierte und irgendwann natürlich auch auf meinen Blog mit der Leseprobe stieß...
Ein gutes halbes Jahr später erhielt ich plötzlich eine Nachricht, ob wir uns mal auf nen Kaffee treffen könnten, sie wäre da an ein paar Sachen von mir interessiert. Ich, der absolute Nullchecker, dachte mir nichts dabei, überlas offenbar sogar das mit den interessanten Sachen und ging, mich einfach auf ein Wiedersehen freuend, nichts ahnend ins Cafe. Das war vor gut einem Jahr.
Was sich seitdem ereignet hat, könnt Ihr Euch denken - Sylvie wurde meine Verlegerin (Du Liebe, ich glaub, das werd ich nie raffen) und sorgte dafür, dass Ihr ab heute Alines und Darons Geschichte generalüberholt, digital umgewandelt und im wahrsten Sinne des Wortes todschick verpackt auf Eure eReader laden könnt.
Wenn ich nach all dieser Zeit - und es waren insgesamt gut dreieinhalb Jahre - zurückblicke auf alles, was passiert ist, dann bleibt mir nur zu sagen, dass zum einen selbst die schlechtesten Erlebnisse und dunkelsten Erfahrungen irgendwo etwas Gutes hervorbringen, und zum anderen, dass man nie aufhören soll, an sich und das, was man geschaffen hat, zu glauben.
In diesem Sinne geht mein allumfassender Dank hiermit an alle, die an der Entstehung und dem weiteren Verlauf von Auserwählt mitgewirkt haben, ob sie es nun wissentlich getan haben oder nicht.

DANKE



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