Freitag, 1. Februar 2013

No regrets


Neulich wurde ich auf der FB-Seite meines Asia-Kampfsportvereins auf einen ein Jahr alten Artikel im Guardian aufmerksam, der Gänsehaut verursacht und zum nachdenken anregt:




Eine langjährige Hospizschwester listet darin auf, welche Dinge die Menschen kurz vor ihrem Tod in  all den Jahren am meisten bedauerten:

1. I wish I'd had the courage to live a life true to myself, not the life others expected of me.

2. I wish I hadn't worked so hard.

3. I wish I'd had the courage to express my feelings.

4. I wish I had stayed in touch with my friends.

5. I wish that I had let myself be happier.

Wann immer größere Entscheidungen in meinem Leben anstehen und -standen, befrag(t)e ich mich mit meinem persönlichen Bild via Visualisierung - wenn ich mal mit 80 Jahren (oder wann es eben soweit ist) auf dem Sterbebett liege bzw. im Schaukelstuhl sitze und auf mein Leben zurückschaue, wird mir dann gefallen, was ich sehe? Jedesmal, wenn die Antwort bisher "Nein" lautete, wusste ich, dass es Zeit war, etwas zu ändern, und tat das auch, egal wie sehr die Veränderung schmerzte oder wie langwierig sie war. 

Lest den recht kurzen Artikel in Ruhe durch und lasst ihn anschließend eine Weile auf Euch wirken. Meine zwei Punkte, an denen ich aktuell arbeite und sicher immer irgendwie arbeiten werde, sind 1 und 5. Passend hierzu habe ich mich gestern seit langer Zeit mal wieder zu einer Thai-Massage begeben, da mich seit über einer Woche besonders im Sport und bei größeren, körperlichen Anstrengungen massive Rücken- und Brustkorbschmerzen mit Atemnot ausknocken. Der Grund war überraschend schnell gefunden - eine Intercostalneuralgie, also eine (leider schon länger währende) Nervenreizung/entzündung im Rippenbereich. Nicht schlimm, aber schon sehr schmerzhaft. Während Pat, die kleine Thailänderin, mich massierte und meinte, sie würde nun per Druckpunktmassage die Blockaden langsam lösen, erzählte sie mir von vielen buddhistischen Ansätzen, die ihr im Laufe ihres Lebens geholfen haben. Dabei berührte mich besonders ihre Aussage:
"Nicht Dein Kopf beherrscht Dich. Du beherrscht Deinen Kopf. Sag ihm, dass Du glücklich sein willst. Dann wird alles gut."
Den Rest würde sie mit der Massage erledigen.

Danach schaffte ich es tatsächlich kaum mehr, mich wegen dem einen oder anderen Geschehen aufzuregen, selbst jetzt bin ich sehr entspannt und sage mir "Wozu aufregen, wenn ich es selber im Moment nicht ändern kann? Es kommt, wie es kommt, und es wird sich schon alles irgendwie fügen."

Abgesehen davon, dass ich jedem zum wohlfühlen eine qualifizierte Thaimassage wärmstens ans Herz legen kann (das Geld ist bei Schmerzen und auch psychischen Problemen besser investiert als in oberflächliche Chemie und Co.), sollte man sich meiner persönlichen Meinung nach öfter mal tief im Inneren befragen, ob man im Moment glücklich ist oder zumindest so zufrieden, dass man nicht unglücklich ist, und entsprechend danach handeln. Sicher klappt das nicht immer, besonders in unserer westlichen Gesellschaft, wo im Gegenzug zum asiatischen Raum nur noch Leistung und Effizienz zählen (das extreme Japan lasse ich hier außen vor, das ist ein Sonderfall), und erst gestern kam mir wieder ein Aufreger ins Haus geflattert, der sich gewaschen hatte. Doch dann tat ich, was ich tun konnte, um die Situation zu verbessern, und nun ist es nicht mehr an mir. Wozu also den Kopf heiss machen? Die Zeit und die Nerven sind anderswo besser investiert. Bestimmt kann man sich diese Gelassenheit nach und nach antrainieren, ich werde es weiterhin versuchen, ebenso wie die Verbesserung der Punkte 1 und 5.

Denn wenn ich diese Welt mal verlasse, egal wann, dann möchte ich zurückblicken und sagen können "Ich bedaure nichts."

Welche Punkte wären Eure?




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