Mittwoch, 25. Mai 2011

Das Klacken von Krallen auf nacktem Parkett

So langsam könnte man drüber nachdenken, meinereiner mal in den Urlaub zu schicken. Was ab Mitte nächster Woche der Fall sein wird, zwar nur Balkonien, aber wenigstens in trauter Zweisamkeit. Mit ganz viel Harmonie, bitte schön.
Nun bin ich ja kein Mensch, der nicht damit klar kommt, wenn es mal hier oder da im zwischenmenschlichen Gebälk quietscht und Stunk gibt (ich höre da einige Freunde grad irgendwo ganz leise lachen -.-). Klar zieht es mich runter und beschäftigt mich, man möchte ja, dass immer alles passt, nur wann ist das schon der Fall? Ändern kann ichs eh nicht, und wenn mancher Knatsch sich nicht mehr irgendwann regeln lässt, dann wars die Sache eh nicht wert.
Am Freitag gab es leider ne Runde solchen Knatsch zwischen mir und Misjö, was zwar nicht grad leicht für mich war, aber verglichen zu vielen anderen Dingen doch harmlos. Kommt halt immer auf die Perspektive drauf an, und wenn man bedenkt, was ich gerade hinter (und noch vor mir habe), erfährt das für mich persönlich schon eine ganz andere Gewichtung. Ich war - zugegeben - zutiefst verunsichert. Dieser Zustand hielt sich das ganze Wochenende durch, was unter Anderem zur Folge hatte, dass eine am Samstag neu gekaufte Hose, recht knackig sitzend, schon am Montag wieder um eine Nummer zu gross für mich war (seit der Trennung vom NM nehm ich bei Kummer überraschend rasant ab).
Ich erzähl Euch das, damit Ihr eine grobe Vorstellung davon habt, wie es mir das Wochenende über ging, auch wenn ich am Samstag Abend - oder gerade deswegen - meinen Hintern hochbekam und die Nacht bis knapp 7 Uhr in der Früh mit Freunden durchrockte. Das war zwar ne schöne Ablenkung, und es gab viel zu lachen, am Grundzustand änderte das jedoch leider nichts.
Den finalen Anstoss, mich am Schopf packen zu müssen (!), bekam ich dann in der Nacht von Sonntag auf Montag. Da passierte etwas, was mir bisher noch nie untergekommen ist und ehrlich, ich hatte Schiss bis zum Anschlag, egal wieviel (oder wenig?) Erfahrung ich bereits auf dem Gebiet habe.
Irgendwann gegen 22:30 Uhr trollte ich mich ins Bett, um im Schlaf Erholung zu finden. Tja, denkste. Die Nacht wurde ein einziger Albtraum. Denn kaum hatte ich das Licht gelöscht und mich unter die Decke gekuschelt, fing es an - das Klacken.
In meinem Schlafzimmer.
In unregelmässigen Abständen, als würde jemand auf dem Parkett auf und ab laufen, der Absätze trägt.
Oder mindestens eine Kralle am Fuss besitzt.
Erst dachte ich, ach das ist sicher ne Maus im Rolladenkasten, oder der Nachbar über mir, oder das Holz knarzt, weil es sich nach der Wärme des Tages wieder zusammenzieht...
Möp.
Falsch gedacht.
Irgendwann richtete ich mich auf und lauschte.
Das Klacken ging weiter.
Tja und da musste ich nach angestrengtem Hinhören feststellen, dass es sich tatsächlich IN meinem Schlafzimmer befand und von UNTEN, vom Fußboden kam. Mal näher, mal wieder an der anderen Seite des Zimmers...
Als ich das erkannte, schmiss ich mich sofort zurück unter die Decke und hoffte, schnell einzuschlafen. Der Schweiss rann mir in Bächen über Gesicht und Rücken, und das sicherlich nicht nur, weils mir unter der Decke allmählich warm wurde. Sprich, ich hab mir so dermassen in die Hosen gemacht, dass alles zu spät war. Insgeheim verfluchte ich mich dafür, mir neulich PA angesehen zu haben, und versuchte mir einzureden, dass ich durch den Knatsch und die durchgemachte Nacht wohl ziemlich übernächtigt und erschöpft sei. Trotzdem, dieses Klacken konnte man sich einfach nicht schön- oder wegreden. Es ging immer weiter...
Verdammte Axt.
Offenbar hab ich mit den Filmen, die mir, wie bereits geschrieben, derart durch Mark und Bein gingen, ein neues Türchen geöffnet, welches durch den geschwächten Zustand des Wochenendes ein grosses Stück weiter aufgeschubst wurde.
Ich bibberte unter der Decke und versuchte, mich so schnell wie möglich in den Schlaf zu murmeln, was mir irgendwann auch gelang. Allerdings nicht, ohne davor im Alphawellenzustand noch schnell eine Runde gewischt zu bekommen. Beruhigend redete ich auf mich selber ein, dass sei alles kein Problem, ich sei einfach nur erledigt, das sei irgendwas ganz Triviales, ich hätte jetzt zudem mein Schutztattoo, und die Filme hätte ich mir neulich nur aus reiner Neugier angesehen, nichts weiter.
Und dann hörte ich ihn.
Wie er nur kurz, mit einem hörbar genüsslichen Grinsen im Gesicht, anfügte - "Und aus Angst."
Danach war schlagartig Ruhe.
Und ich schlief vor Erschöpfung sofort ein.
Was lernen wir daraus?
Er ist immer bei mir.
Er wird mich nie in Ruhe lassen.
Sobald er eine Lücke im System sieht, wird er sie nutzen, und das je nach Lust und Laune mal freundlich, mal weniger nett. Er ist nun mal das, was er ist, und da schwankt die Spanne seiner Launen stets von einem Extrem ins andere. Gibt ja keinen, der ihn bremst.
Gestern hab ich darüber mit meinem Freund gesprochen, der nur meinte "Na da bin ich mal gespannt, wie das dann im Urlaub wird."
Ehrlich - ich mag gar nicht daran denken...

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