Montag, 31. Januar 2011

Das Schweigen der Ponys

Wie lebt man mit einer Lüge?
Wie viele waren es überhaupt?
Vielleicht waren es zwei, drei, hundert?
Vielleicht war es aber auch nur eine einzige, riesengrosse.
Lügen ist eine der übelsten Sachen, die auf meiner "Geht-sowas-von-gar-nicht"-Liste stehen. Ich steh auf Ehrlichkeit und versuche, sie selbst immer und überall zu praktizieren. Tja und schon wär das gelogen, würd ich nicht anfügen, dass es mir nicht immer gelingt. Das gelingt niemanden. Angeblich lügt der Mensch ja über 200 Mal am Tag. Ich persönlich wüsste gar nicht, bei welchen Anlässen ich das tun sollte geschweige denn die Anzahl zusammenkriegen könnte, denn soviel hab ich nun auch wieder nicht zu erzählen. Deshalb habe ich für mich selber schon lange das Motto gewählt - wenn Du nicht die Wahrheit sagen kannst, dann halt lieber die Klappe. Nicht sagen ist nicht gleich lügen, aber auch das kann man nun bis ins kleinste Haarpartikelchen aufspalten.
Wie gesagt, Ehrlichkeit ist Trumpf. Manchmal kann das aber auch ganz schön weh tun. Dem einen, der die Wahrheit präsentiert bekommt, ebenso wie demjenigen, der sie aufs Tablett bringt. Wer die Wahrheit sagt, ist unbequem, denn wer will heute schon noch die Wahrheit hören, wenn Zuckerwatte und Ponyhöfe das Trugbild einer heilen Welt doch soviel leichter aufrecht erhalten?
Ich musste erkennen, dass ich belogen wurde. In vielen kleinen Dingen und in verschiedensten Facetten, denn Lüge ist nicht gleich Lüge. Nur macht es das Ganze trotzdem nicht weniger schmerzhaft, denn egal ob eine Lüge klein und flauschig oder groß und kratzig daher kommt, weh tut sie so oder so.
Und ich musste erkennen, dass ich mich selber belogen habe. In einer grossen Sache. Meinem Leben. Vielleicht kann man mildernde Umstände dafür geltend machen, denn wenn man tatsächlich an etwas glaubt bzw. glaubt, es zu wollen, wie es ist, dann tut man alles dafür, den eigenen, kleinen Ponyhof zu retten, selbst wenn er schon längst in Flammen steht.
Schnell Emily, rette wenigstens ein Pony, nur ein einziges Pony.
Clarice Starling, nie habe ich Dich besser verstanden...

1 Kommentar:

  1. Das klingt schwer und nach Krise. Eine Lebenslüge ist das, was jeder vermeiden will. Man wird ja nicht ganz schlau aus deinem Beitrag, aber auf jeden Fall bin ich in Gedanken bei dir. War auch ziemlich still hier auf deinem Blog die letzten Wochen...hab da was vermisst. Halt die Ohren oben, liebe Emily, und finde die Wahrheiten, die die Lüge übrig gelassen hat. Ich drücke Dir die Daumen!

    Passend zum Beitrag noch ein Lied von DAF "Alles ist Lüge": http://www.youtube.com/watch?v=7KryzQXhrF0&feature=related

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