Montag, 13. Dezember 2010

Treu wie eine Kakerlake

Wäre es nicht eine Szene wie aus einem billigen Hollywood-Spaßfilm, man müsste eigentlich heulen. Oder sich gruseln (das schon eher). Ich dagegen musste einfach nur (hysterisch) lachen, als mir ein Bekannter berichtete, was sich heute im Büro bei ihm zugetragen hatte. Bitte stellt Euch folgende Szene vor:

Ein Antragsteller setzt sich gegenüber meines Bekannten am Tisch hin.
Dieser fragt nach dessen ausstehenden Unterlagen.
Der Antragsteller reicht ihm einen Umschlag.
Mein Bekannter wundert sich, dass der Umschlag nicht völlig glatt ist, sondern leicht verbeult.
Als er ihn an der offenen Seite nach unten hält, um die Dokumente zu entnehmen, purzelt eine Kakerlake heraus.
Eine tote, wohlgemerkt.
(Eine weitere - lebendige - hatte es sich derweil bereits zu den Füssen des Klienten gemütlich gemacht).
Mein Bekannter schaut den Antragsteller an, der Antragsteller schaut zurück.
Mein Bekannter nimmt wortlos die Unterlagen und schiebt damit die tote Kakerlake langsam über den Tisch auf die Seite des Klienten. Ist genau betrachtet ja schließlich sein Eigentum.
Der Klient nimmt die Kakerlake, hebt sie hoch - und steckt sie in seine Jackentasche.
Gute Freunde kann eben niemand trennen.


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