Montag, 1. November 2010

Ein Systemabsturz und seine Folgen

Zweimal im Jahr erwischt es mich. Da kann ich mittlerweile die Uhr nach stellen, verteilt auf beide Jahreshälften. Einmal zwischen Januar und Juni und einmal zwischen Juli und Dezember. Dann ist alles zu spät und meine Leber quittiert ihren Dienst. Letztes Wochenende wars mal wieder soweit und in charmanter Gesellschaft angeregt plaudernd (ja, genau Euch meine ich, die Herren) merkte ich gar nicht, wieviel Gin Tonics mir da die Kehle runter liefen. Wobei ich mich gar nicht so schlecht fühlte, selbst das Karusselfahren im Bett blieb aus. Die Rechnung bekam ich dann am selben Tag ab 11:30 Uhr, wobei sich auch das in Grenzen hielt. Schlimm wurds erst kurz nach 19 Uhr, aber keine Ahnung wieso. Da bin ich eben mal schnell gestorben. Die Azubis des Todes (zwinker) bräuchten dringend noch mal eine Einweisung, entweder ganz oder gar nicht, aber da fühlte ich mich wie ein Kaninchen im Versuchslabor, mit Elektroden im Gehirn und stetig unter Strom stehend.
Trotz allem - nein, ich sprach sie nicht, die magischen drei Worte. Weil ich mich eh viel zu gut kenne und einem leckeren Tropfen sowieso nicht widerstehen kann. Zumindest, solange keine medizinische Indikation vorliegt. Naja, eigentlich täts das bei mir schon, aber man kann ja nicht immer wie ne Betschwester leben.
Was mich gestern allerdings dazu bewogen hat, selbst diese zwei Abstürze im Jahr zu überdenken, waren nicht die körperlichen, sondern vielmehr die mentalen Folgen. Mit Promille ists ja wie mit einer Grippe, man wird angreifbar, verletzlich und kann kaum kontrollieren, wen oder was man zu sich durchlässt. Schutzschild aktivieren, Mr. Sulu! Doch zu stark war meine Enterprise beschädigt von den flüssigen Klingon Bird-of-Preys in meiner Blutbahn, so dass sie hundertfach auf mich hereinprasselten wie Regentropfen auf die Blätter einer Eiche, im Sekundentakt wechselnd und alle wild durcheinander schreiend.
scarde
Jeglicher Abwehrmechanismus ausser Kraft gesetzt tat ich das Einzige, was mir noch blieb, um dem ganzen Chaos zu entkommen - ich "programmierte" mich in den Schlaf. Ist wie eine Art Selbsthypnose, man könnte auch Minimeditation sagen. Wie auch immer, es half und ich hatte meine Ruhe.
Heute lautet mein Resümee, dass ich - trotz all dem Spass - schon lange nicht mehr so angreifbar war und mir das in Zukunft nicht noch einmal passieren darf. Nicht wegen der Miez, die mir am nächsten Tag weniger im Kopf, als viel mehr im Magen lag, sondern wegen der unbeabsichtigten Permeabilität.
So und nachdem nun auch diese Lektion gelernt ist, geht es jetzt erstmal in die Küche.
Bisserl was zu mampfen jagen.
Aber bitte schööön fettig.

huhnr

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