Sonntag, 17. Oktober 2010

Wenn einer ein Buch selbst verlegt...

... dann kann er eine Menge erzählen.
Auf Grund der stetig steigenden Nachfrage nach Rezensionsexemplaren habe ich mir mal ein paar Gedanken gemacht und beschlossen, ein paar Zeilen zum Thema Buch, Rezensionen und Verkaufspreis zu schreiben.
In der letzten Zeit tauchte immer häufiger die Frage auf "Emily, ich führe einen privaten Buchblog und würde gerne über Dein Werk berichten. Kannst Du oder Dein Verlag - falls Du einen hast - mir vielleicht ein Exemplar zur Verfügung stellen?". Auch die Aussage "Ich würde es so gerne lesen, aber leider fehlt mir gerade das Geld..." las ich bereits in der ein oder anderen Mail.
"Auserwählt - Die Linie der Ewigen" ist im Books on Demand Verlag erschienen, kurz auch BoD genannt. BoD ist kein Verlag im klassischen Sinne, in dem Bücher nach traditioneller Art verlegt werden. Im Endeffekt liegt alles - je nach gewählter Paketgrösse - in der Hand des Autors. Natürlich kann man sich Lektorat, Covergestaltung und jegliche Art von Öffentlichkeitsarbeit hinzukaufen, allerdings blättert man dafür auch nicht gerade wenig hin.
Mein primäres Anliegen war es, die Geschichte in eine Form zu bringen und eventuell die ein oder andere Person mit der Thematik anzusprechen, so wie Ihr es auch auf der "Über mich"-Seite lesen könnt. Die Resonanz auf "Auserwählt" zeigt mir, dass das Interesse größer ist als erwartet, was mich gleichermassen überrascht und freut. Das Buch, so wie Ihr es im Handel seht, entstammt komplett meiner alleinigen Arbeit. Vom Cover bis zur Innengestaltung, alles wurde homemade fabriziert. Natürlich bat ich Freunde und Familie, mal drüberzuschauen und zu verbessern, doch da wir alle keine Profis sind, entkamen uns verständlicherweise auch die ein oder anderen Makel. Umso mehr freut es mich, dass Fremdrezensenten schreiben, darüber könne man großzügig hinwegsehen, da die Story einfach stimmt.
Nun ist es bei BoD nicht vorgesehen - auch hier der Unterschied zum klassischen Verlag - dem Autor Exemplare für den Eigenbedarf zur Verfügung zu stellen. Nein, streicht das. Richtig heißt es, es ist nicht vorgesehen, dem Autor Frei-Exemplare für den Eigenbedarf zur Verfügung zu stellen. Sprich, immer wenn man mich um ein Rezensionsexemplar bat, durfte ich selber das Portemonnaie zücken. Am Anfang habe ich das zwei-, dreimal gemacht und dabei schnell festgestellt, dass ich selber dies auf Dauer nicht leisten kann, will ich nicht gegen Ende des Jahres finanziell am Stock gehen. Andererseits aber möchte ich natürlich Euer Interesse erhalten, denn jeder einzelne Leser ist wertvoll. Entsprechend habe ich mich schlau gemacht und Euch auf der Rezensionsseite einen Link eingefügt, unter dem Ihr für Eure Blogs Exemplare anfordern könnt. Leider vermag ich nicht zu sagen, wie lange es dauert, bis die Bücher dann bei Euch eintrudeln. Bei manchen dauerte es seine Zeit, während andere sie in zwei Wochen vorliegen hatten. Meines Erachtens hängt das auch immer damit zusammen, wie stark sich die derzeitige Auslastung des Verlages gestaltet. Wer also kurz vor Weihnachten bei BoD anfragt, um noch schnell eine Lektüre für die Feiertage zu ergattern, kann sicher mit mehreren Wochen Lieferzeit rechnen. Deshalb gilt die Regel - rechtzeitig anfragen :-)
Nun kann man sich natürlich auch überlegen, weshalb das Buch den Preis hat, den es hat. EUR 22,90 sind wahrlich keine Kleinigkeit und auch ich würde mir die Investition logischerweise zweimal überlegen. Fakt ist, dass es bei der Gestaltung eines Buches in Eigenregie, noch dazu im "Druck auf Bestellung"-Verfahren, gewisse Vorgaben gibt, die zu erfüllen sind, um die Herstellungskosten zu decken. Mein Mann und ich waren so frei, mal über andere Kanäle zu recherchieren, ob der Preis, so wie er ist, auch dem entsprechen würde, was man bei entsprechender Auflage in einer traditionellen Druckerei zahlen müsste. Das Ergebnis hat uns doch sehr überrascht, denn es lautet schlicht und ergreifend "Ja". Sicherlich hatte die Möglichkeit bestanden, statt dem nun angegebenen Preis eine weitaus angenehmere Größe wie beispielsweise EUR 12,90 festzulegen. Das - und da beisst die Maus keinen Faden ab - würde sicherlich die Kauflust noch mehr anregen, als sie sowieso schon besteht. Jedoch sind wir hiermit dann wieder dort angelangt, wo wir angefangen haben, nämlich bei der Sache mit dem finanziellen Stock. Wäre "Auserwählt" für EUR 12,90 im Handel erhältlich, müsste ich bei jedem Mal, wo das Buch über die (virtuelle) Theke geht, um die zehn Mäuse aus eigener Tasche löhnen.
Ich habe mich mal schlau gemacht und nicht schlecht gestaunt, als ich in einigen Foren auf Autoren traf, die dies tatsächlich praktizieren. Das sind allerdings auch diejenigen, die für eine Mordssumme einen Doppeldecker chartern, damit er einen Werbebanner mit dem Buchtitel durch die Lüfte zieht.
Dass sich das so gut wie nie rechnet, kann man sich an fünf Fingern abzählen.

P.S.: Wie konnte ich nur das Wichtigste vergessen? Bitte schön:

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