Freitag, 22. Oktober 2010

Risiko

Gestern ereilte mich um 08:30 Uhr ein Notruf, mit dem ich gar nicht gerechnet hatte. Sicher, mit sowas rechnet man ja nie. Trotzdem warf er meinen ganzen Tag so dermassen über den Haufen, dass ich erst gegen 16:30 Uhr zu einem halbwegs normalen Ablauf übergehen konnte. Die Details wären nun zuviel, soviel kann ich jedoch sagen, dass gestern jemand gerettet werden konnte, bevor er elendiglich - in Ermangelung eines passenderen Ausdrucks, denn der trifft es haargenau - verreckte. Ich zolle jeder MTA, jeder Pflegehelferin, jeder Ärztin und und und Respekt, die sich solche großflächigen Geschwüre und eitrigen Wunden auf nacktem, durchlöcherten und bestialisch stinkendem Fleisch jeden Tag ansehen (müssen).
Gestern stand ich vor einer Wahl, die innerhalb von Sekunden getroffen werden musste:
Mache ich Arbeit strikt nach Vorschrift wie ein braver Angestellter und kann mir damit das Prädikat "menschlich ein Arsch" anheften? Oder gehe ich über meine Kompetenzen gewissermassen hinaus und tu das, was getan werden muss? Nämlich das, was meiner Meinung nach das Richtige ist. Es blieb nicht viel Zeit und ich entschied mich für Tor B.
Es kristallisierte sich gestern schon heraus und wurde mir heute noch einmal bestätigt - es war das Richtige.
Manchmal muss man eben mal ein Risiko eingehen. Wenn unterm Strich das herauskommt, was einen nachts gut schlafen lässt, dann war es jede Mühe wert.



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